Projekte

 

Das Klumpfuß-Programm am Al-Thawra-Hospital in Taiz (Jemen)

Dr. Johannes Correll, Dr. Johanna Katharina Correll

Ruht aktuell aufgrund kriegerischer Handlungen!

JemenImmer wieder stellen sich in der Sprechstunde des Hammer Forums am Al-Thawra-Hospital in Taiz Kinder mit schweren Fehlstellungen vor. Die Kinder werden nach der Geburt in aller Regel nicht von einem Arzt untersucht, daher werden kinderorthopädische Fehlbildungen wie Hüftfehlstellungen, Fußdeformitäten und Ähnliches oftmals nicht erkannt. Erst wenn die Kinder auffällige Schwierigkeiten beim Laufen oder anderen Bewegungen haben, werden sie einem Arzt vorgestellt. Viele der Fehlbildungen lassen sich dann jedoch nicht mehr ausreichend korrigieren, so dass die Kinder mit lebenslangen Behinderungen Zurechtkommen müssen. Es ist daher wichtig, die Kinder möglichst frühzeitig einer Behandlung zuzuführen. 

Von Anfang 2008 bis einschließlich September/Oktober 2009 haben wir die Behandlungstechnik nach Ponseti im Jemen vorbereitet. Hierbei wird die Fußfehlstellung bei Kleinkindern durch das Anlegen von Gipsverbänden schrittweise korrigiert. In der Regel kann nach drei bis acht Gipsen, wenn der Fuß ausreichend gestellt ist, eine Durchtrennung der Achillessehne erfolgen, um den Fuß in die endgültige Korrekturstellung zu bringen. Nach dieser sehr kleinen Operation, die Kinder können noch am selben Tag wieder nach Hause gehen, werden nochmals für einige Wochen Ponseti-Gipse angelegt.

Danach folgt eine längere Phase, in der die Kinder eine Schiene tragen müssen, damit der Fuß sich nicht wieder zurückdreht. Die orthopädietechnische Versorgung ist in Taiz auf niedrigem Niveau, aber vorerst ausreichend, auch wenn die benötigten Orthesen nicht konfektioniert sind, sondern behelfsmäßig angefertigt werden.
Immer wieder wurden uns auch erwachsene Patienten vorgestellt, die bisher noch keine Therapie erhalten haben. Ein solcher Fuß kann nur noch sehr aufwendig korrigiert werden. Es ist mindestens eine große Operation notwendig.
Diese erfolgt zumeist modifiziert nach McKay, das heißt, es werden die Strukturen, die den Fuß in die Fehlstellung ziehen soweit gelöst, das dieser korrekt gestellt werden kann. Oft ist hierzu die Entnahme eines Knochenkeiles notwendig. Da die Begebenheiten vor Ort eine ausreichende Nachsorge oft nicht ermöglichen, treten außerdem in vielen Fällen Komplikationen wie eine unzureichende Fußkorrektur auf.

Im Rahmen unseres AuJemenfenthalts in Taiz im Herbst 2009 wurden die Voraussetzungen für die Ponseti-Methode im Jemen geschaffen. Sämtliche anfänglichen Gipse wurden gemeinsam mit Dr. Fauzi, einem sehr engagierten jemenitischen Orthopäden/Unfallchirurgen angelegt. Ein jemenitischer Krankenpfleger hat sich mit ihm zusammen ebenfalls in die Ponseti-Methode eingearbeitet. Dr. Fauzi wurde inzwischen offiziell von sämtlichen unfallchirurgischen und orthopädischen Verpflichtungen für Erwachsene freigestellt und ist als erster Orthopäde und Unfallchirurg ausschließlich für Kinder und Jugendliche zuständig.
Besondere Schwierigkeiten macht immer noch der Wunsch der meisten Eltern, erst eine große und aufwändige Operation durchzuführen und erst danach die Gipsbehandlung zu machen. Unsere bisherige Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass die Eltern häufig zur unerlässlichen Nachbehandlung nicht erscheinen und somit ein Misserfolg vorprogrammiert ist. Bei der Ponseti-Methode haben wir den großen Vorteil, dass die Eltern der Patienten in Vorleistung treten müssen und diejenigen, die nicht zu den einzelnen Gipswechseln erscheinen, aus dem Programm heraus fallen. Dies hat bisher zu einer erheblich besseren Kooperation mit den Eltern geführt. Ob die Eltern dann auch die Orthesen wie gefordert ihren Kindern anziehen werden, lässt sich noch nicht sagen, bisherige vorläufige Beobachtungen zeigen jedoch dass ein Großteil der Familien gut mitarbeitet.

JemenBei unserer Ankunft in Taiz stellte sich heraus, dass von den insgesamt 24 Klumpfüßen, die die Ponseti-Kriterien erfüllen, 20 soweit vorbehandelt waren, dass wir sie im Rahmen unseres Aufenthalts operieren konnten. Vier weitere mussten noch bis zum Ende unseres Aufenthalts gegipst werden, so dass wir dann doch noch die Achillessehnen-Durchtrennung machen konnten. Vier weitere schwerste Klumpfüße älterer Kinder wurden modifiziert nach Mc-Kay operiert.
Während der jeweils nachmittäglichen Ambulanz wurden die Kinder für die nächste Serie ausgesucht und deren Eltern instruiert. Wir haben unsere ambulante Sprechstunde bewusst auf maximal 35 Patienten pro Tag reduziert, damit wir mit den Eltern das Vorgehen gründlich besprechen können. Bisher hat sich dies bewährt. Auch ist es unserem jemenitischen Kollegen erstmals gelungen, den teilweise chaotischen Ansturm auf unsere Sprechstunde in geordnete Bahnen zu lenken.

Die nächste Serie von Ponseti-Patienten wird von unserem jemenitischen Kollegen und dem dortigen Krankenpfleger in Eigenregie vorbehandelt. Wir beschränken uns bei den Patienten weiterhin bewusst auf das Einzugsgebiet von Taiz, auch wenn die Patienten immer noch aus dem ganzen Jemen kommen. Wenn die Anreise zum Krankenhaus jedoch zu weit ist, werden erfahrungsgemäß die Termine nicht eingehalten, so dass die Behandlung nicht zum Erfolg führt.

JemenDas Klumpfuss-Programm hat Wellen geschlagen: so haben wir bereits die ersten Anfragen aus anderen Städten im Jemen, wo man ebenfalls ein Ponseti-Programm auflegen will. Wir haben dies bisher abgelehnt, da vorerst die neue Methode in Taiz etabliert und an unsere jemenitischen Kollegen übergeben werden muss.

Wir werden das Ponseti-Programm weiterhin begleiten und hoffen, dass wir es bald unseren jemenitischen Kollegen und Freunden ganz übergeben können. Damit wäre auch unser Wunsch nach Nachhaltigkeit erfüllt. Seit Januar 2010 konnten die Kosten für das Ponseti-Programm von uns ins Leben gerufenen Gruppierung „Doctors for Disabled – International e. V.“ übernommen werden, so dass es nicht mehr vom Hammer Forum finanziert werden muss.

 

Einsatzbericht Indien (Chalsa/Jalpaighuri) 2006-2015

Mittlerweile haben wir in Indien 5 Einsätze absolviert. Ein 2006 begonnenes Ponseti-Projekt ist mittlerweile gut etabliert und läuft nahezu eigenständig. Es fehlt ein Arzt vor Ort, der Tenotomien durchführt. Dies soll in Zusammenarbeit mit der Ponseti-Initiative CURE nächstes Jahr angegangen werden. Evt. kann ein Kontakt mit einem Arzt in Siliguri oder Darjeeling hergestellt werden.

 

(Operative Versorgung Januar 2006 / 1. klinische Nachuntersuchung Januar 2009)

Krankenhaus ChalsaMit der Organisation Interplast und Pro Interplast sowie in Zusammenarbeit mit Howrah South Point organisierten Matthias Axt (Childrens Hospital Westmead Sidney/Australia) und Anne von Rheumont (Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg) den ca. dreiwöchigen Einsatz vom 13.01. – 03.02.2006 in Indien (Chalsa/Jalpaiguri). Bereits 2005 hatten Anne von Rheumont, Andrea Lobell-Buch sowie Kerstin Weigelt die zu operierenden Kinder in Jalpaiguri getroffen und für den Januar 2006 zur ärztlichen Untersuchung vorgemerkt. Die einbestellten Kinder wurden im Januar 2006 in Chalsa durch das angereiste Team gemeinsam untersucht und fotodokumentiert. Hierbei wurden die entsprechenden Eingriffe geplant und festgelegt.

Wir haben das Krankenhaus in Chalsa/Jalpaiguri von der Tea Company Goodricke vor Ort genutzt, welches uns freundlicherweise für die gesamte Zeit unseres Einsatzes zur Verfügung gestellt wurde. Es gab dort einen funktionierenden Operationssaal mit allen notwendigen Gerätschaften. Entsprechende Sterilisationseinrichtungen waren vor Ort vorhanden, lediglich Instrumente, Kittel und Einmalmaterial wurde von dem Einsatzteam mitgebracht. Das Team 2006 bestand aus den folgenden Personen:

  • Dr. Matthias Axt (Sidney/Australien) und Dr. Anja Helmers (Berlin) -> Orthopäden
  • Dr. Thomas Müller (Heidelberg) -> Anästhesist
  • Dr. Andrea Lobell-Buch (Berlin) -> Pädiaterin
  • Gabi Ziegler, Waltraud Munz (Frankfurt/Ammersee) -> Operationsschwestern
  • Kerstin Weigelt (Heidelberg) -> Anästhesieschwester
  • Anne von Rheumont und Inge Hardt (Heidelberg) -> Physiotherapeuten.

Bei diesem Einsatz wurden 29 Kinder operativ versorgt und insgesamt 41 Operationen durchgeführt. Hierbei handelte es sich vorrangig um Kinder mit unbehandelten Klumpfußdeformitäten (neglected clubfoot) sowie um Kinder mit spastischen Lähmungen einer oder beider Körperhälften (Tetra- oder diplegischer Parese).

Es wurden die zu operierenden Kinder mit Klumpfüßen je nach Zeitplan zuerst gegipst (Ponsetimethode) und anschließend mehr oder weniger aufwendig operativ korrigiert: Cincinnati-Zugang - peritalares release, in sehr schweren Fällen mittels Talektomie und lateraler Keilosteotomie. Anschließend erfolgte die Transfixation mittels Kirschner Drähten für 4 Wochen. Zur Ausheilung der Korrekturoperationen wurden Unter- bzw. Oberschenkelkorrekturgipse für mindestens 6 Wochen angelegt.

Kinder nach BehandlungInsgesamt kam es zu ca. fünf Wundinfektionen mit verzögerter Heilung, sowie zu zwei Rückfußinfektionen, welche in Kalkutta durch plastische Chirurgen nachbehandelt werden mussten. Alle Infektionen sind ohne Korrekturverlust und in guter Stellung der Füße zur Ausheilung gekommen.

Ungefähr 20 von 29 Kindern mit Fußkorrekturen oder Sehnenverlängerungen wurden beim einem zweiten Einsatz vom 05.01.2009 - 18.01.2009 erstmals durch unsere Gruppe klinisch nachuntersucht und fotodokumentiert. Es zeigten sich wenige diskrete Überkorrekturen (leichter Plattfuß) sowie drei akzeptable Unterkorrekturen (leichte Vorfußadduktion) der gesichteten Füße. Alle Kinder, die wir bei diesem Einsatz selbst befragen konnten, waren ausgesprochen zufrieden und hatten keine Schmerzen. Das Gangbild der Kinder war annähernd normal. Die Patienten, die wir nicht selbst nachuntersucht haben, hatten laut ihrer Eltern und den uns berichtenden Physiotherapeuten ebenfalls keine Schmerzen und waren sehr zufrieden.

Physiotherapeutin bei der ArbeitAufgrund dieser guten Ergebnisse entschlossen wir uns, weiterhin ältere, wenn auch nicht vorbehandelte Klumpfüße, operativ zu versorgen. Aufgrund der Wundheilungs- störungen und der Infektionen wurde der Operationszugang geändert und das Cincinnati-Verfahren nicht mehr angewendet. Wir führten stattdessen bei allen Kindern eine Doppelschnittführung (entwickelt von Norgrove Penny für den unbehandelten Klumpfuß) durch. Mit dieser Zugangstechnik kam es beim zweiten Einsatz 2009 zu keinelei Infektionen oder offen heilenden Wunden im Bereich des Rückfußes!
Der nächste Einsatz ist in Zusammenarbeit mit Pro Interplast unter der Leitung von Dr. Matthias Axt Anfang Januar 2011 geplant.

Ziele:

  • Ausbau der eigenständigen Behandlung von Klumpfüßen mit der Ponseti-Methode durch die dort vor Ort arbeitenden Physiotherapeuten
  • Gewinnnung ärztlicher Kollegen vor Ort für die nötige Tenotomie der Achillessehne nach der Ponsetigipsbehandlung
  • Operative Versorgung unbehandelter Klumpfüße älter als zwei Jahre durch das angereiste Team
  • Nachbehandlung sichern durch ärztliche Kollegen vor Ort

 

Einsatzbericht Indien (Chalsa/Jalpaighuri) 2011

(Dritter Aufenthalt im Januar 2011)

ChalsaUnser dritter Einsatz fand in der Zeit vom 08. bis 22. Januar 2011 statt. Wir haben 14 Kinder der letzten Einsätze nachuntersuchen können. Hierbei zeigten sich nach wie vor einige diskrete Überkorrekturen (leichter Plattfuß, jedoch kein Knickfuß) sowie eine akzeptable Unterkorrektur (lediglich leichte Vorfußadduktion und leichter Rückfußvarus) der gesichteten Füße. Alle Kinder, die wir bei diesem Einsatz selbst befragen konnten, waren ausgesprochen zufrieden und hatten keine Schmerzen. Das Gangbild der Kinder mit Zustand nach Versteifungsoperation (Lambrinudi-Arthrodese) war annähernd und beim Weichteileingriff (Talares Release) normal. Rennen und Zehenspitzenstand sowie auch Fersenstand waren in allen Fällen möglich.

ChalsaBei diesem Einsatz wurden 38 Kinder und 45 Füße operativ versorgt. Wir haben bei diesem Einsatz ausgesprochen regide und feste Füße vorgefunden, sodass hauptsächlich die Lambrinudi-Arthrodese zur Anwendung gekommen ist. Bei den Kinder bis zu 3 Jahren war ein Weichteilrelease bis auf einen Fall ausreichend. Leider ist bei diesem Einsatz eine Durchblutungsstörung bei zu deutlicher Korrektur bei einem sehr schweren Klumpfuß aufgetreten. Dies konnte mit einer Nachosteotomie behoben werden. Zusätzlich traten 3 Wundheilungsstörungen auf, was wir mit dem sehr schweren Ausprägungsgrad der Klumpfüße dieser Kinder erklären konnten. Beim Verlassen des Einsatzortes waren jedoch die meisten Wunden reizfrei und in guter Abheilung begriffen.

Wir haben erneut das Physiotherapieteam vor Ort begleitend in der Ponseti-Methode ausgebildet und konnten bei bereits gut vorbehandelten Klumpfüßen 12 percutane Tenotomien erfolgreich durchführen. Von den 7 Tenotomien von 2009 ist leider nur ein Kind zur Nachuntersuchung erschienen mit guter Korrektur des ehemaligen Klumpfußes. Wir haben daher die neuen Kinder von 2011 versucht, besser in die Strukturen von Howrah South Point einzubinden.

 

Weitere Einsätze bisher 2013 und 2015 mit deutlicher Reduktion der chirurgischen Einsätze vor Ort sowie Ausweitung der Hilfe zur Selbsthilfe. Viele Klumpfüße werden von den Kollegen vor Ort selbstständig therapiert und nachbehandelt. Ein großer Erfolg :-)

 

 

Hilfsprojekte in vielen Teilen Indiens in Zusammenarbeit mit "Kinderfüße brauchen Hilfe"/Österreich 

Veronika Gattermeyer, Ernst Orthner, Paul Simons, Petra Simons, Anja Helmers, Clemens Kilian

Als Teil der oben genannten Gruppe wurden jeweils eine Woche 2017 und 2 Wochen 2018 an zwei unterschiedlichen Orten Kinder und Jungendliche sowie Jungerwachsene mit schweren Fußdeformitäten operativ versorgt. Die Nachsorge und orthetische Versorgung erfolgt über Ishwar sowie große Teile der Projekt-Finanzierung. Unsere Gruppe hat bei dem Aufenthalt 2018 zum ersten Mal CURE Indien besucht, die die Ponseti-Methode in Indien etablieren und gleichzeitig Werkstätten zur Produktion der Klumpfußschienen unterhalten und betreiben. 

 

Hilfsprojekt im Süden Indiens in Zusammenarbeit mit Jürgen Zippel

Dr. Jürgen Zippel, Dr. Katja von dem Busche, Dr. Nicola Ebert, Ragna Marks, Isabelle Durand, Dr. Anja Helmers

 

Als Teil dieser Gruppe wurde Anfang diesen Jahres zum ersten Mal ein Einsatz von DfD-I begleitet. Hier wurden über 10 Tage Kinder und Jugendliche mit ICP und/oder schweren Fußdeformitäten in einem nahe gelegenen Krankenhaus operativ versorgt.

 

Das Children Orthopedic and Rehabilitation Center (CORC) in Mylaudy- Südindien

 

Am südlichen Zipfel Indiens- im Staate Tamil Nadu, steht im dem kleinen Dorf Mylaudy, das Children Orthopedic and Rehabilitation Center (CORC).

Es besteht aus einer Krankenstation mit 5-7 Betten, einem Physiotherapieraum, mit Bewegungsbad, einer Ambulanz und einer Orthopädiewerkstatt. An diesem Ort werden Kinder mit orthopädischen und neurologischen Erkrankungen sowie Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Lernschwierigkeit und anderen Verhaltensauffälligkeiten ambulant und teilweise auch stationär behandelt.

Gegründet und aufgebaut wurde das Projekt vor über 15 Jahren von dem Hamburger Orthopäden Dr. Jürgen Zippel, der nach Eintritt in den „Ruhestand“ seine Energie und fachliche Kompetenz dazu nutzte, um dieses kinderorthopädisches Behandlungszentrum ins Leben zu rufen und über viele Jahre mit höchstem Einsatz, Kompetenz und viel Geduld zu leiten. Dr. Zippel verbrachte jährlich 4-5 Monate im tropischen Klima Südindiens in der kleinen „Klinik am Ende der Welt“ und behandelte und operierte zahlreiche Kinder. Dabei arbeitet er nicht allein, sondern wurde regelmäßig durch Ärzte, Physiotherapeuten und Orthopädietechniker aus Deutschland und der Schweiz unterstützt.

Auch Mitglieder der DFDI, wie Prof. Dr. J. Correll- und Familie, Dr. Anja Helmers, und Dr. Nicola Ebert und Dr. Katja v. d. Busche, aber auch andere namhafte Kinderorthopäden wie Prof. Dr. L. Meiss und Dr. Erica Lamprecht aus der Schweiz begleiteten Dr. J. Zippel nach Südindien und unterstützten ihn tatkräftig. Die physiotherapeutische Arbeit wurde maßgeblich von den Hamburger Kinderphysiotherapeutinnen Ragna Marks und Isabelle Durand vorangetrieben.

In der Saison 2015/2016 übernahm Dr. Katja v. d. Busche- Kinderchirurgin- und orthopädin aus Berlin die medizinische Leitung des CORC über drei Monate. Sie hatte zuvor bereits seit 2012 im Rahmen mehrere Projekteinsätze im Kinderorthopädischen Team in Mylaudy mitgearbeitet und reist auch weiterhin regelmäßig nach Myluady.

Das Projekt agiert unter dem Dach des Hamburger Vereins „Patengemeinschaft für Hungernde Kinder e.V.“, der seit 40 Jahren gezielte Einzelfallhilfe für bedürftige Kinder und Familien leistet und in Südindien inzwischen 20 Kinderheime mit über 1000 Kindern unterhält.                                

Seit drei Jahren steht das Projekt unter indischer Leitung der indischen Hilfsorganisation Pro Vision- einer indischen NGO, die verschiedene Sozialprojekte in Südindien betreibt. Durch die Zusammenarbeit mit Pro Vision besteht auf dem Klinikgelände nunmehr das ganze Jahr über die Möglichkeit, behinderten Kindern eine ganzheitliche Behandlung und individuelle Förderung zukommen zu lassen. Außerdem werden Eltern im Umgang mit einem behinderten Kind betreut und geschult . Die medizinische Betreuung läuft weiterhin über die Teams aus Deutschland und der Schweiz, die einmal /Jahr über einen Zeitraum von ca. 2-3 Monaten unentgeltlich nach Südindien reisen und vor Ort Patienten behandeln und erforderliche Operationen durchführen.

Die Operationen werden, gemeinsam mit indischen Kollegen, in einem nahe gelegenen, gut ausgestatteten orthopädischen Krankenhaus und in einem privaten Kinderkrankenhaus durchgeführt. Die Kosten der Räume, Geräte, Verbrauchsmaterialen und des unterstützenden Personals müssen aus Spendengeldern erstattet werden.

Die Physio- und Ergotherapie erfolgt auf neurophysiologischer Basis (NDT) in einem - über Spendengelder - ausgestatteten Behandlungsraum, sowie im eigenen Bewegungsbad.                             

In der auf dem Gelände befindlichen Orthopädiewerkstatt werden Hilfsmittel und Orthesen  hergestellt oder aus gespendetem Material angepasst.                    

Der Schwerpunk der Behandlung liegt bei Patienten mit jeglichen Formen der Bewegungsstörungen, wie der infantiler Cerebralpares (ICP). Daneben  behandeln wir zahlreiche andere orthopädische Krankheitsbilder, wie die sog. Arthrogryposis multiplx congenita (AMC), Meningomylocele (MMC), ältere Polio-Fälle,. Extremitätenreduktionsdefekte sowie posttraumatische und postinfektiöse Fehlstellungen. Ein wichtiger Arbeitsbereich liegt schließlich  bei der Klumpfußbehandlung, die wenn möglich minimalinvasiv nach der sog. Ponseti-Methode, oder kombiniert und gelegentlich auch rein operativ erfolgt.     

Die orthopädischen Fälle werden regelmäßig gescreent, zur Operation gelistet und dann im Rahmen der Einsätze operiert.

Auch in der Abwesenheit der Teams besteht ein enger Kontakt zu den indischen Partner-Kliniken und Therapieverläufe werden über Videoaufzeichnungen und durch Telefonkontakte begleitet.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt ausschließlich über Spendengelder und natürlich den ehrenamtlichen Einsatz der Menschen, die sich in dem Projekt engagieren.

Zur Umsetzung unserer medizinischen Hilfe vor Ort benötigen wir dringend Spenden.

Herzlichen Dank!!

 

Ihr Team des CORC

 

  

Klumpfuß Projekt Mali, Westafrika

(Zusammenarbeit mit Doctors for Disabled Austria, Dr. med. Anja Helmers und Dr. med. Joachim Gubba)

Dieses von DfD Austria initierte Projekt läuft selbstständig weiter unter der ärztlichen Leitung von Dr. A. Kire!

MaliDas Maliprojekt wurde ins Leben gerufen von unserem Vorreiter und Nachbarverein in Österreich "Doctors for Disabled Austria" und maßgeblich unterstützt durch Prof. Martin Salzer. Begleitet haben Joachim Gubba und Anja Helmers das Projekt 2008 um jährlich das Ponseti-Procedere vor Ort zu prüfen und um Hilfestellung bei einzelnen Problemen zu geben (Supervision der Tätigkeit der vor Ort Angestellten 1 x pro Jahr). Die konkrete Arbeit der ersten Woche gestaltete sich nicht im üblichen Sinne, da strukturelle Änderungen im CNAOM (staatlich unterstütztes Behinderten Projekt in Bamako/Mali) wenig Unterstützung durch die vor Ort angestellten Ärzte und Gipser (Formateure) ermöglichte und es quasi keineZusammenarbeitgab. Damit war das Grundkonzept unseres Projektes auf gewisse Weise in Frage gestellt.

Ein positiver Eindruck der ersten Woche war nur dadurch gegeben, dass sich, die geplante operative Tätigkeit bei älteren Kindern mit Klumpfüßen von Martin Salzer und Anja Helmers im Hospital Gabriel Toure durch die dortigen kinderchirurgischen Kollegen mit erheblichem Engagement unterstützt wurde. Es konnten drei Kinder erfolgreich an ihrer Klumpfußdeformität sowie eine erwachsene Frau mit erheblichen Kniekontrakturen auf beiden Seiten operativ versorgt werden.

MaliNach der Abreise von Prof. Martin Salzer als Signal für die nicht zufriedenstellende Zusammenarbeit haben Anja Helmers und Joachim Gubba nach diversen Basisgesprächen mit der Leitung des CNAOM die Supervision der Gipsarbeit endlich aufnehmen und insbesondere Dr. Kire bei seinen Tenotomien der Achillessehnen hilfreich und kritisch zur Seite stehen können.

Als eine erhebliche organisatorische Komplikation stellte sich im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit heraus, dass die Vorräte an Watte zum Gipsen zu Ende gingen und nicht nachgekauft werden konnte. Offenbar war lediglich nur die von uns mitgebrachte Watte benutzt worden, so dass jetzt nicht mehr ausreichend Watte zur Verfügung stand und die Gipsarbeit an den Klumpfüßen nicht mehr möglich war. In ganz Mali ist entsprechende Gipswatte wohl nicht käuflich zu erwerben und der Kontakt zum Großhändler in Gabun musste erst neu geknüpft werden.

Es zeigte sich am Montag der zweiten Woche, dass die neue Direktorin die brisante Situation (fehlende Watte und fehlendes Engagement der Gipser in der ersten Woche) als sehr kritisches Problem für die zukünftige Zusammenarbeit wahrnahm, eine entsprechende schriftliche Anweisung ausgab, unsere Forderungen zu erfüllen. Dies führte tatsächlich dazu, dass sich die Arbeit in der zweiten Woche zunehmend positiver entwickelte und wir ein erhebliches Arbeitspensum bewältigen konnten. Die Formateure (Gipser) zeigten ein größeres Engagement und Interesse, es entfaltete sich ein ausgesprochen kooperatives Arbeitsklima.

MaliInhaltlich ist es uns in dieser Zeit gelungen, wesentliche Fehlerquellen zu erkennen und zu korrigieren, die möglicherweise die teilweise schlechten Ergebnisse in der Klumpfußkorrektur nach sich gezogen haben: Gipstechnik - Gipsanzahl - Zeitpunkt zur Tenotomie. Wir konnten die postoperativ unbedingt notwendigeradikaleund deutlich überkorrigierende Gipstechnik demonstrieren, damit bessere Langzeitergebnisse erzielt werden können. Unsere Anregungen und Korrekturen wurden dankbar und sehr interessiert von den Ärzten und Formateuren (Gipspfleger) aufgenommen.

Rückblickend sind die zwei Wochen als positiv anzusehen: Sowohl diepolitische Abreisevon Martin als auch der Eklat mit den nicht aufgestockten Vorräten und den daraus erzwungenen Umstrukturierung für die folgende Woche. Dies zeigte allen Verantwortlichen, dass dennoch eine erfolgversprechende, zukunftsweisende sowie unabhängige Arbeit durch eine neue Form der Kooperation und Organisation möglich sein kann. Insbesondere die Frau Direktorin hat nach unserer Einschätzung dies eindeutig erkannt und in ihrem abschließenden Gespräch mit uns und allen Mitarbeitern dies auf sehr sachliche Weise zum Ausdruck gebracht.

Wir haben darauf hingewiesen, dass die chaotischen Organisationsstrukturen zwar eine Aussetzung des Projektes von unserer Seite, nicht aber die Beendigung notwendigerweise nach sich ziehen muss. Das Ponseti-Projekt kann für den malischen Staat und für einen weiten Raum von Afrika ein zukunftsweisendes Projekt und damit für den Malischen Staat von größtem Interesse sein sowie dementsprechend finanziell unterstützt werden. Es wurde von uns nochmals betont, dass es sich um ein beispielhaftes Projekt handelt, das weit fortgeschritten und qualitativ auf außerordentlich hohem Niveau stattfindet. Die Formateure leisten insgesamt eine hervorragende Arbeit, die komplementiert werden kann durch entsprechend eindeutige Organisationsstrukturen.

 

 

Hilfsprojekt Kinder- und Frauengesundheit sowie Klumpfußtherapie in Juba (Südsudan)

Prof. Dr. Martin Salzer, Dr. Anja Helmers, Brutos Kone

Der erste Einsatz erfolgte 2013 im Juni sowie im September. Es wurden Projekte besucht wie die Klumpfußbehandlung in der katholischen Familienhilfe La Nostra Famiglia Sudan unter der Leitung von Sister Manuela. Es erfolgte die Kontakaufnahme sowie beim zweiten einsatz die Supervision der Klumpfußbehandlung auf Wunsch der Kollegen vor Ort. Diese war nicht erforderlich, da die Behandlung in ausgezeichneter Weise dort ausgeführt wurde. Tenotomien wurden im Nachbarstaat Uganda/Kampala durchgeführt. Während unseres zweiten Einsatzes dort vor Ort wurden mehrere Tenotomien von Dr. Anja Helmers in lokaler Anästhesie vorgenommen, um den Eltern den weiten Weg nach Kampala zu ersparen. Leider konnte bisher kein Kollege vor Ort für diese kleine Operation gewonnen werden, trotz der Begleitung und Assistenz junger Ärzte aus dem Juba Teaching Hospital unter der Operation. Es wurde ein Ponseti-Kurs in Juba durch uns organisiert und abgehalten.

 

Leider ruht auch dieser Einsatz aufgrund kriegerischer Handlungen. Es wird jedoch regelmäßig Kontakt zu der Botschafterin aus dem Südsudan in Berlin gepflegt und über die Excellence Hilfsgüter aus dem EWK/Helmers nach Juba gesendet.